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Der Begriff "Privacy Enhancing Technologies" umfasst eine Vielzahl datenschutz- und privatheitsfördernder Technologien. Diese reichen von grundlegenden Basisverfahren und -algorithmen (sog. Primitiven) über Konzepte, Pattern und konkrete Implementierungen zu deren Nutzung in realen Systemkontexten bis zu kompletten datenschutz- bzw. privatheitsfreundlichen Systemen (wie etwa anonymen Kommunikations- oder Zahlungssystemen). Fragen zur Nutzungsfreundlichkeit, zur fundierten Abwägung zwischen datenschutz-/privatheitsbezogenen und anderen Zielen sowie zur Regulierung stellen sich im Kontext von PET ebenfalls in besonderer Art und Weise und sind daher ebenfalls Gegenstand der Fachgruppenaktivitäten.
Gegenstand von „Privacy-Enhancing Technologies“
Besonders präsent in Forschung und Praxis sind PET zur Datenvermeidung und Datensparsamkeit, etwa durch Anonymisierung / De-Personalisierung, durch verteilte / dezentrale Datenverarbeitung und -nutzung oder durch Vergröberung oder Verrauschung von Daten mit daraus folgenden Anonymitätsgarantien (etwa Differential Privacy aber auch k-Anonymität, l-Diversität etc.). Gleichwohl gehen soziale, gesellschaftliche und rechtlich-regulatorische Datenschutz- und Privatheitsanforderungen weit über pure Datenvermeidung und Datensparsamkeit hinaus. Weitere Ziele, die mit entsprechenden Technologien erreicht oder unterstützt werden können, sind:
- Rechtmäßigkeit der Verarbeitung personenbezogener Daten
- Transparenz entsprechender Verarbeitungsvorgänge
- Zweckbindung der Datenverarbeitung/-nutzung und
- Gewährleistung tatsächlicher Verantwortlichkeit
Technologien zur Umsetzung dieser Ziele – etwa Transparenztechnologien (Transparency Enhancing Technologies, TET) oder Mechanismen zum technischen Einwilligungsmanagement als Teil der Rechtmäßigkeit – zählen ebenfalls zu den Privacy Enhancing Technologies und sind somit ebenfalls Gegenstand der Fachgruppe.
PET in Forschung und Praxis – von Primitiven bis zu sozio-technischen Perspektiven und Regulierung
Neben den oben genannten, unterschiedlichen Datenschutz- und Privatheitsanforderungen sind in Forschung und Praxis zu PET auch unterschiedliche, voneinander abhängende bzw. interdependente Ebenen/Layer zu unterscheiden:
- Grundlegende Konzepte, Algorithmen, Protokolle und andere Primitive: Hierzu gehören etwa formale Anonymitätsmodelle (Differential Privacy, k-Anonymität/l-Diversität), Basisprotokolle zur vertraulichen Verarbeitung (Secure Multiparty Computation, Homomorphic Encrytion, ...), formale Beschreibungssprachen (z.B. für Transparenzangaben, Zweckbeindung, ...), etc.
- Methoden, Konzepte und spezifische Technologien zur Auswahl geeigneter PETs und zur ingenieursmäßigen Integration in reale Systeme und Systemkontexte ("Privacy Engineering"): In praktisch relevanten Systemen nutzbare Implementierungen, Integrationspattern, empirisch-experimentelle Bewertung und Abwägung mit anderen Zielen (z.B. performance overheads, anonymity-utility trade-offs) usw.
- Menschliche und sozio-technische Perspektiven auf Umsetzung und Nutzung von PET (usable privacy): Gestaltung und experimentelle Bewertung nutzer*innenzentrierter PET und PET-Komponenten – von einfach nutzbarer Verschlüsselung über verständliche Alternativen zu langen, textuellen Datenschutzerklärungen bis zu sog. Einwilligungsagenten
- Rechtlich-regulatorische Fragen zu PET: Dies schließt sowohl aus dem Recht folgende spezifische Anforderungen für PET (etwa zu relevanten "Konfigurations"-Parametern bei Anonymisierungsmodellen oder zur notwendigen Ausdrucksmächtigkeit von Repräsentationssprachen) wie auch die technisch informierte rechtliche Bewertung (z.B. zu Re-Identifikationsrisiken oder zum Stand der Technik) und nicht zuletzt auch aus technischen Entwicklungen motivierte und/oder erforderlich gemachte Fortentwicklungen des Rechtsrahmens ein.
Die Fachgruppe vereint praktische und wissenschaftliche Kompetenzen aus all diesen Ebenen und fördert den entsprechenden wissenschaftlichen und anwendungsorientierten Dialog hierzu – insbesondere über ihre diversen Aktivitäten